Legionellen im Trinkwasser – Kontamination vorbeugen, Prüfung, bekämpfen

Was sind Legionellen und wo leben diese?

Das sind Mikroorganismen (Bakterien), welche bei Menschen eine tödliche Krankheit auslösen können, die sich durch eine schwere Lungenentzündung auswirkt, die sogenannte Legionärskrankheit. Eine Legionelleninfektion erfolgt durch Einatmen (Duschen, Luftzerstäuber, Klimaanlagen…), die Bakterien können sich nur in der Lunge festsetzen und vermehren.

Der optimale Lebensraum für Legionellen ist Süßwasser als auch Salzwasser und liegt bei einer Temperatur von 25°C – 50°C, wobei es keinen Unterschied in Bezug auf die Infektion gibt. Das Wasser muss weitestgehend stehend sein, ergo ohne große Bewegung sein. In Häusern bei denen die Wasserleitung eine Menge von mindestens 3 Liter zwischen Anschluss und Wasserhahn aufweist oder ein Vorratsspeicher von mindestens 400 Litern, ist eine Kontamination gegeben. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist eher unwahrscheinlich.

Wie kann man einer Legionellen – Kontamination vorbeugen?

Im Allgemeinen sind Häuser mit mehreren Parteien betroffen. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern ist oft sehr viel Bewegung in den Leitungen, so ist es unwahrscheinlich, dass sich Bakterien vermehren können. Denkbar wäre es bei einer längeren Abwesenheit, so dass keine Wasserbewegung stattfindet und vorausgesetzt die Mindestmangen an Wasservorrat sind gegeben.

Ist eine Legionellenprüfung notwendig?

In Ein- & Zweifamilienhäusern ist eine Prüfung alle 3 Jahre durchaus sinnvoll, wenn es in bestimmten Bereichen der Wasserleitung nicht viel Bewegung ist. In Mehrparteienhäusern ist eine Prüfung pro Jahr vorgeschrieben nach dem Infektionsschutzgesetz. Das Ergebnis muss den Bewohnern des Hauses zugängig sein, am besten als Aushang. Des Weiteren müssen die Unterlagen der Prüfungen 10 Jahre aufbewahrt werden. Die Untersuchung des Wassers muss bei Mehrfamilienhäusern alle 3 Jahre erfolgen. Der Gesetzgeber hat auch in diesem Fall die Haftungs- und Nachweisplicht den Eigentümern übertragen. So lange es keine Vorkommnisse gib, gilt der alte Spruch „wo kein Kläger, da kein Richter“. Gibt es hingegen eine Infektion und der Nachweis der Prüfung fehlt, wird es richtig teuer.

Wie können Legionellen bekämpft werden?

Sehr viele Mikroorganismen sterben bei einer Temperatur von über 70°C. Bei modernen Anlagen, welche im Wasserbetrieb sind gibt es eine „Legionellen – Schaltung“, hier wird das Wasser in den Leitungen oder der Heizanlage kurze Zeit auf etwa 70°C erhitzt um Mikroorganismen abzutöten.

Wenn bei einer Untersuchung Legionellen festgestellt werden, können diese mit Chlor als chemische Desinfektion, Bestrahlung mit UV-Licht oder Membrantechnik in Form von Ausfiltern beseitigt werden. Die Desinfektion muss von einer Firma mit den dementsprechenden Gerätschaften durchgeführt werden.

Video zur Legionellenbekämpfung und Aufklärung

Autor: Thomas Weiser